Die Lösung liegt im Geben

Man hört es immer wieder, praktiziert wird es hingegen nur selten: „Geben ist seliger als Nehmen.“ (Apg. 12,35) Und selbst wissenschaftliche Studien, die dieses Wort Jesu durch Experimente bekräftigen, überzeugen uns wohl nicht wirklich. Doch da denke ich anfolgende Geschichte:

Beremis und sein Begleiter wandern durch die Wüste Arabiens. An einer Oase treffen sie auf drei Männer, die sich streiten. „Das gibt`sja gar nicht!“ „Das ist Raub!“ „Ich akzeptiere das nicht!“ Solche und ähnliche Worte hörten sie schon aus der Ferne. Beremis und sein Begleiter näherten sich und fragten, warum die drei sich streiten. Der Ältere antwortete:„Wir sind drei Brüder und unser Vater ist vor einer Woche gestorben. Als Erbe hat er uns 35 Kamele hinterlassen. Er sagte, dass ich,der Älteste, die Hälfte bekommen soll, dass Hamed, der Mittlere, ein Drittel bekommen soll und dass Harim, der Jüngste, ein Neuntel bekommen soll. Nun können wir uns nicht einigen.Jedes Mal, wenn einer einen Vorschlag macht, lehnen die beiden anderen ab.“

Beremis überlegte lange, dann sagte er: „Ich übernehme die faire Teilung der 35 Kamele.“Er drehte sich um, nimmt das Kamel seines Begleiters und sagt: „Ich werde dieses Kamel zur Herde hinzufügen.“ Der Begleiter wurde unruhig und widersprach, weil sie dann ohne Kamel für die Wüstenwanderung blieben. Beremis aber sagte zu ihm: „Ich weiß, was ich tue.“ Nun sagte Beremis zum älteren Bruder:„Da haben wir 36 Kamele und du bekommst die Hälfte davon, also 18 Kamele. Du kannst dich nicht beklagen, weil du dadurch ein halbes Kamel gewinnst.“ Dann sagte er zum zweiten der Brüder: „Du bekommst ein Drittel, also bekommst du 12 Kamele. Du kannst dich auch nicht beklagen, weil du dadurch einen Gewinn gemacht hast." Und nun geht er zum ritten der Brüder und sagt: „Du bekommst ein Neuntel der Kamele, also vier. Du kannst dich auch nicht beklagen. Nun, es sind 18 plus 12 plus 4, also 34 Kamele. Ein Kamel gehört meinem Begleiter, und er bekommt dieses zurück. Das übrige Kamel bekomme ich,weil ich das Problem gelöst habe. Ich hoffe,dass ihr damit einverstanden seid.“ Und alle gingen glücklich und selig ihrer Wege.

Liebe Leserinnen und Leser, spüren Sie, dass alles, was wir anderen geben, kein Verlust für uns darstellen wird. Im Gegenteil: Es bedeutet Leben in Fülle! Wenn die Egoisten von den Vorteilen wüssten, die die Großzügigkeit bringt, würden sie alles anders machen.Ich wünsche uns allen diese Erfahrung aus dem göttlichen Geist des Pfingstfestes,

Ihr Pfarrer Bernhard Gaar