Neugründung der Pfarrei in der Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-Ost

Nach dem Abschluss des Erkundungsprozesses, den Bischof Koch für das Bistum Dresden-Meißen in 2013 gestartet hat, und dem Besuch seines Nachfolgers Bischof Timmerevers im Frühjahr 2017 nimmt die weitere Entwicklung für die drei Pfarreien in Johannstadt, Striesen und Zschachwitz konkrete Formen an. Das biblische Leitwort sowie der pastorale Auftrag wurden für die Zusammenarbeit in der Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-Ost abgestimmt. Ein wichtiger nächster Schritt war die gemeinsamen Beratung der drei Pfarrgemeinderäte am 20. und 21. Oktober 2017 in Goppeln. Thema war die inhaltliche und zeitliche weitere Entwicklung im Bereich der VG.

Die drei Pfarrgemeinderäte haben sich auf eine zeitliche Linie zur Neugründung der gemeinsamen Pfarrei im Frühjahr 2020 geeinigt. Da der Bischof jede Neugründung selbst vornehmen will, wird der genaue Termin noch mit dem Ordinariat abgestimmt. Als Start in die notwendigen Schritte dafür werden die drei Pfarreien gemeinsam am 1. Mai 2018 zu einer Wallfahrt von Herz-Jesu über Mariä Himmelfahrt bis Heilige Familie aufbrechen.

Nach dem Mai 2018 wird es weitere gemeinsame Sitzungen der drei PGR geben, um zu beschließen, wie das Zusammenwachsen im Einzelnen ablaufen kann. Nach den organisatorischen Vorgaben des Ordinariats soll die Steuerungsgruppe der VG einen Vorschlag erstellen, welche Kirche im Frühjahr 2020 als Pfarrkirche für die drei Gemeinden Herz-Jesu, Mariä Himmelfahrt und Heilige Familie dienen soll. Ein Name für die neue Pfarrei wird zu finden sein, die drei bisherigen Pfarreien behalten ihren Namen als Ortsgemeinden. Hier sind sicherlich alle Gemeindemitglieder gefragt, denn sowohl die Steuerungsgruppe der VG als auch der PGR werden diese Vorschläge mit Ihnen in der Gemeinde besprechen und beraten. Über die Vorschläge wird jeder einzelne Pfarrgemeinderat aus Herz-Jesu, Mariä Himmelfahrt und Heilige Familie beschließen. Alle PGR müssen zustimmen. Mit der Neugründung der Pfarrei in 2020 wird es auch einen gemeinsamen neuen PGR geben, der sich übergangsweise aus Vertretern der drei Ortsgemeinden und der kirchlichen Orte zusammensetzt, bis es anschließend Neuwahlen geben wird.

Damit im Zusammenhang kommen große Veränderungen auf uns zu: Eine neue Gottesdienstordnung wird notwendig, die spätestens zum Ausscheiden von Pfarrer Gaar aus Herz-Jesu in Kraft treten wird. Natürlich werden wir nicht ohne Pfarrer verbleiben, denn es wird ein Pfarradministrator für die Übergangszeit bis zur neuen Pfarrei eingesetzt werden. Wir können davon ausgehen, dass dies ein Pfarrer aus der VG sein wird, den wir schon kennen.

Auch schon in der Übergangszeit zwischen 2010 und 2020 wird es Anpassungen bei den Gruppen und Kreisen geben. Manche werden vielleicht diese Entwicklung mit Sorgen betrachten, aber es liegen auch Chancen darin: Sie alle sind aufgerufen, sich an dieser Entwicklung zu beteiligen und Ihre Ideen und Vorschläge einzubringen. Es wird dazu Gemeindeversammlungen, aber auch Gespräche in kleineren Gruppen geben. Die Gemeinde kann sich erweitern und öffnen, kann neue Wege gehen und gleichzeitig das Bewährte und Gute behalten, das die Heimat in unserer Gemeinde ausmacht.

Für die Steuerungsgruppe der VG

Ortrun Ehrhardt und Dr. Reinhold Maier

„Sehen, was ist. Tun, was möglich ist.“

 

Drum nehmt einander an und seid das Licht der Welt

Treffen der Verantwortungsgemeinschaft (VG) Dresden-Johannstadt/Striesen/Zschachwitz
am Samstag, 2. September 2017

Für die Klärung unseres biblisch-begründeten Auftrags als Kirche im Raum unserer VG ist die Wahrnehmung der Lebenssituation der Menschen, mit denen wir hier leben, notwendig. Für sieben Lebensbereiche: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Freizeit, markante Plätze und Kirche am Ort haben im Vorfeld Mitglieder der drei Gemeinden und der 17 kirchlichen Orte die Lebenssituationen zusammengetragen und versucht, mit dem gemeinsam beschlossenen biblischen Leitwort „Nehmt einander an und seid das Licht der Welt“ einen biblisch-begründeten Auftrag für unsere VG zu formulieren.
Aus einer umfangreichen Diskussion haben wir für uns folgende Aufgaben abgeleitet:

 Die Fokussierung auf Kinder- und Jugendarbeit,
 den Blick auf die Gruppen, welche übersehen werden/Öffnung nach außen
 die Bewahrung der Ortskirchen als Quelle der Kraft

Eine dreiköpfige Redaktionsgruppe wird daraus einen biblisch-begründeten Auftrag für unsere VG formulieren und das Ergebnis zeitnah bekanntgeben.
Danach wurde eine Internet-Präsentation der künftigen gemeinsamen Homepage der drei Gemeinden und kirchlichen Orte vorgestellt. Sie dient als Arbeitsgrundlage und wird den Pfarrgemeinderäten schnellstmöglich zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle für diese große Vorbereitungsarbeit seitens der Programmierer und Gestalter.
Anschließend wurden wir über den aktuellen Stand der Überlegungen der Bistumsleitung zur Neugründung der Pfarrei informiert. Nach dem Willen des Bischofs soll diese bis Mitte 2020 abgeschlossen sein. In der neuen Pfarrei, deren Name und Schwerpunkte noch zu besprechen sind, werden die Gemeinden Herz-Jesu, Mariä Himmelfahrt und Heilige Familie eine neue Heimat finden. Die Hinweise mit Rahmenbedingungen für den Prozess dieser Neugründung werden den Pfarrgemeinderäten und Kirchenräten in Kürze zur Verfügung stehen, damit in den genannten Gemeinden über die Ausgestaltung im Einzelnen beraten werden kann.

Nach dem Segenswort durften wir noch unserem Gastgeber im Rahmen einer kleinen Führung durch die Förderschule folgen und das großartige pädagogische Angebot dieser einzigartigen Schule im Freistaat Sachen kennen lernen. Herzlichen Dank an das CSW und alle Gestalter dieser kleinen Konferenz.

Dr.Reinhold Maier und Ortrun Ehrhardt PGR/Steuerungsgruppe

Gemeinsames Kirchenbild als Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit in der VG Dresden-Johannstadt/Striesen/Zschachwitz

Die katholischen Pfarrgemeinden und die in katholischer oder ökumenischer Trägerschaft stehenden Kirchlichen Orte im Gebiet der Verantwortungsgemeinschaft Dresden-Johannstadt/Striesen/Zschachwitz haben als Grundlage für ihre zukünftige Zusammenarbeit das nachfolgend beschriebene Bild von „Kirche“ skizziert:
Die Pfarrgemeinden und die kirchlichen Orte sind gemeinsam „Kirche am Ort“. Sie sind dies aber auf deutlich unterschiedliche Weise. In der Wahrung und gegenseitigen Respektierung dieser Unterschiedlichkeit arbeiten sie in der Verantwortungsmeinschaft in ihrem gemeinsamen Auftrag als Kirche zusammen.

Die Pfarrgemeinden und die gemeindenahen Kirchlichen Orte sehen als wesentliche Elemente von Kirche an:

  • Eine menschliche und geistliche Beheimatung durch Gottesdienst und lebendiges Gemeindeleben, für das ein Team von Haupt- und Ehrenamtlichen gemeinsam Verantwortung trägt. Jede/r einzelne Christ/in ist aufgrund von Taufe und Firmung zur Mitgestaltung berufen. Dadurch sind eine Vielfalt von Beziehungen untereinander und eine ortsnahe Seelsorge möglich.
  • Aus dieser Beheimatung erwächst die Fähigkeit zur Offenheit nach außen, sowohl in die Ökumene der christlichen Kirchen als auch gegenüber unseren nichtreligiösen oder andersreligiösen Mitmenschen, in fruchtbarer Zusammenarbeit mit den anderen kirchlichen Orten. Die Sorge um die vielfältigen menschlichen Nöte hat dabei einen hohen Stellenwert.
    Strahlkraft nach außen entspringt aus dem inneren geistlichen Leben als Christen mit Jesus Christus. Für katholische Christen ist dabei die Feier der Eucharistie von hoher Bedeutung.

Die Kirchlichen Orte in der Vielfalt ihrer sozialen, pädagogischen oder medizinischen Aufgaben sehen als wesentliche Elemente ihres Kirche-Seins an:

  • Die Priorität ihres jeweils spezifischen Auftrages und der dazu notwendigen organisatorischen Struktur. Dieser spezifische Auftrag leitet sich aus dem christlichen Menschenbild und der christlichen Botschaft ab. Bei seiner Erfüllung stellt die Zusammenarbeit von Christen und Nichtchristen den Normalfall dar.
  • Diese Zusammenarbeit von Christen und Nichtchristen erfordert die Möglichkeit zu unterschiedlicher Nähe und Distanz zum „Kern der Kirche“ („Wort & Sakrament“). Gleichzeitig ist eine sinnvolle und vielfältige Zusammenarbeit, Kommunikation und Vernetzung mit den Pfarrgemeinden und den anderen Kirchlichen Orten wichtig.

In dieser Vielfalt unserer Berufungen sind wir als Menschen und für die Menschen gemeinsam Kirche im Gebiet von Dresden-Johannstadt/Striesen/Zschachwitz.