Ökumenischer Gottesdienst für die Einheit der Christen

Am 21. Januar, 17 Uhr, sind Sie herzlich eingeladen, einen ökumenischen Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche mit zu feiern.

Einführung in den Gottesdienst: 

Im Jahr 1492 betrat Christoph Kolumbus die Karibik als ersten Fleck der „Neuen Welt“. Seitdem war das Schicksal der einheimischen Bevölkerung von Sklaverei und Unterdrückung geprägt. Die Kolonialmächte brachten das Christentum auf die Karibik, gleichzeitig führten sie ein gewalttätiges Regime. In dieser Situation schöpften die Bewohner der Karibik Trost und Hoffnung ausgerechnet aus den Texten der Bibel, die sie durch die Unterdrücker kennenlernten. In ihr wird erzählt, wie Sklaven befreit und das Volk Israel aus der Knechtschaft geführt wurde.

Der ökumenischen Vorbereitungsgruppe aus verschiedenen Kirchen der Karibik war es wichtig, diese „Umkehr der Verhältnisse“ auch in dem Gottesdienst zur Gebetswoche spürbar werden zu lassen. Sie haben zum einen zentrale Texte zur Befreiung aus der Bibel ausgewählt. Und zum anderen schlagen sie vor, eine besonders prächtige Bibel in die Mitte des Gottesdienstraums zu stellen und aus ihr die Lesungen vorzutragen. Dadurch soll die Bedeutung der Bibel für die Geschichte der karibischen Völker vor Augen geführt werden.

Als weiteres Zeichen spielt die Kette eine Rolle. Sie versinnbildlicht Sklaverei und Unterdrückung. Das karibische Redaktionsteam schlägt vor, zum Gebet um Versöhnung echte Eisenketten nach vorne zu tragen und nach dem jeweiligen Kyrie-Ruf zu Boden fallen zu lassen. Bei den Bitten kann eine Menschenkette gebildet werden, indem die Vortragenden jeweils nach einer Bitte ein Gemeindeglied an die Hand nehmen oder mit den Armen unterhaken. Dies setzt sich dann durch die Reihen der Gemeindeglieder fort. Oder die Gemeinde reicht sich beim Beten des Vaterunsers die Hände. Je nach den lokalen Gegebenheiten kann auf dieses Zeichen auch verzichtet oder ein anderes Zeichen für Unterdrückung und Befreiung zur Gemeinschaft verwendet werden. So können beispielsweise vor Beginn des Gottesdienstes an alle Gemeindeglieder Seile oder Bänder ausgegeben werden, die sie dann bei den Bitten miteinander verknüpfen, bis ein einziges Band entsteht. Oder ein langes Band wird während der Bitten von den Vortragenden in die Reihen des Gemeindeglieder gegeben und jeweils weitergereicht. Aus den Ketten der Gewalt und der Unterdrückung werden so Ketten von Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und eine Gemeinschaft bilden.