Zum Jubiläum der Orgelweihe am 12. Juli 2009
von Christoph Schumann
Diesmal nun sind alle Liebhaber klassischer Orgelklänge zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen: die Jehmlich-Orgel der Herz-Jesu-Kirche hat das Alter von 100 Jahren erreicht. Von Kriegen, Katastrophen und nachkonziliaren Prozessen verschont, besteht sie heute als wertvolles Zeugnis des Orgelbaus ihrer Zeit. Mit ihren klanglichen Eigenschaften und in ihrer besonderen Konstruktion - die Pfeifen der 37 Register stehen auf pneumatischen Kegelwindladen - gilt sie im Dresdner Raum als Unikat.
Anlässlich des Jubiläums ist es mir ein Bedürfnis, der Leitung und den Mitarbeitern unserer Orgelbaufirma Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH sehr herzlich zu danken. Gern erinnere ich mich, dass sie stets schnellstmöglich zur Stelle waren, um kleinere und größere Pannen sehr kompetent zu beheben. Diese ständige Hilfeleistung ist unerlässlich bei einem so störanfälligen Instrument wie unserer Orgel, die der ständigen Kontrolle und Pflege durch verlässliche Fachleute bedarf.
Meine Erfahrungen mit der „jubilierenden“ Orgel - und das Publikum wird sie teilen - haben ergeben, dass deutsche Komponisten des 19. Jahrhunderts in sehr verschiedenen Stilrichtungen auf dem Instrument besonders gut zur Geltung kommen. Und so sollen sie auch im Programm am 12. Juli zu hören sein: der bedeutende Dresdner Hoforganist Merkel, der große, gefühlvolle Münchner Klassizist Rheinberger und Reger, der nachhaltig in Leipzig wirkende Meister der chromatischen Polyphonie. Hinzu kommen als Vertreter der Klassischen Moderne der mit seiner Eigenwilligkeit schnell überzeugende Křenek und der hierzulande wenig bekannte, in seiner englischen Heimat hochgeehrte, der Tradition zugeneigte Leighton. Dass zwei Werke Johann Sebastian Bachs (die nach meinem gegenwärtigen Erleben am meisten überwältigende Bearbeitung des Chorals „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“ sowie Präludium und Fuge Es-Dur als Inbegriff komponierter Festlichkeit) das Konzert krönen werden, bedarf wohl keiner Begründung.





