Die Glocken der Herz-Jesu-Kirche

von Ursula Mertens

Das erste Geläut der Herz-Jesu-Kirche mit 4 Bronzeglocken stammte aus dem Jahr 1906 von der Fa. Otto in Hemelingen. Im 1. Weltkrieg wurden die drei großen Glocken als Material für Kriegszwecke beschlagnahmt.

Seit Oktober 1928 hatte die Herz-Jesu-Kirche endlich wieder 4 Glocken, erstmals mit elektrischem Läutewerk. 1942 mussten die drei großen Glocken wieder abgeliefert werden. Nur die kleinste, die Ave-Maria-Glocke, blieb bis heute erhalten.

Seit Heiligabend 1990 hat die Herz-Jesu-Kirche das dritte volle Geläut mit 4 Bronzeglocken in den Tönen h-dis-fis-gis. Das sind die Anfangstöne des Chorals "Salve Regina" (Gegrüßet seist du, Königin). Die große Glocke h wurde bereits im Juni 1986 bei der Fa. Schilling in Apolda gegossen. Ihr Gewicht beträgt 2800 kg, ihr Durchmesser 1,65 m. Sie war ursprünglich für das Glockenspiel des Französischen Doms in Berlin bestimmt, doch dafür war sie etwas zu tief geraten. Auf der Krone trägt sie sechs kleine Berliner Bären. Sie passte in unser neues Geläut und konnte zu günstigen Konditionen gleich geliefert werden. Ihr wurde eine neue Inschrift eingemeißelt: "Hoffnung 1989". Zwei weitere Glocken, die "Drei-Königs-Glocke" und die "Mater-Dolorosa-Glocke", wurden am 22. September 1990 bei der Fa. Metz in Karlsruhe von Herrn Schilling gegossen.

Die "Drei-Königs-Glocke" trägt als Inschrift die Worte, die Kardinal Meisner beim Katholikentreffen 1987 in Dresden ausrief: "Wir wollen keinem anderen Stern folgen als dem von Bethlehem". Das Relief zeigt die Hl. Drei Könige und den Stern. Sie wiegt 1770 kg und ihr Durchmesser beträgt 1,35 m. Sie ist in dis gestimmt. Die "Mater-Dolorosa-Glocke" wiegt 976 kg, klingt in fis und hat die Inschrift: "Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen" (Lk 6,21). Ein Relief zeigt die Pieta.        

Die Inschrift der vierten, aus dem Jahr 1928  erhalten gebliebenen Glocke (525 kg, Fa. Otto) lautet: "Et verbum caro factum est - Ave Maria 1928". Sie ist in gis gestimmt.                                                                                          

 2016 wurde der stählerne Glockenstuhl saniert und teilweise erneuert