Zur Geschichte der katholischen Pfarrei
Herz-Jesu Dresden-Johannstadt

04.10.1896 Einweihung einer kath. Kapelle in der 4. Katholischen Grundschule Schumannstraße durch Bischof Dr. Ludwig Wahl. Bis dahin gab es östlich der Hofkirche keine Gelegenheit, katholischen Gottesdienst zu besuchen.
23.06.1900 Kauf des Grundstücks Borsbergstr. 15/17.
01.10.1901 Errichtung einer katholischen Expositur in Dresden-Johannstadt.
04.11.1903 Grundsteinlegung der Herz-Jesu-Kirche. Architekt: Regierungsbaumeister August Menken, Berlin.
01.04.1904 Errichtung der katholischen Pfarrei Dresden-Johannstadt. Erster Pfarrer war Wilhelm Rudolph. Die Zahl der Katholiken betrug ca. 7000 (die Kapelle in der Schumannstraße fasste 200 Besucher!).
1905 konnte die neugotische Kirche auf Grund einer großherzigen Spende (200000 Mark) von Frau Landesälteste Veronica Fischer fertiggestellt werden. (Abmessungen: 42 m Länge, 18 m bzw. mit Querschiff 25 m Breite, ca. 17 m hoch, Glockenturm 69 m).
26.11.1905 Weihe der Kirche an das heiligste Herz Jesu durch Bischof Dr. Georg Wuschanski.
1906 Anschaffung von 4 Bronzeglocken der Fa. Otto, Hemelingen
1909 Einbau einer pneumatischen Orgel der Fa. Jehmlich, Dresden (Geschenk der Frau Veronica Fischer).
1914 Herz-Jesu-Statue am Hauptportal von Kunstbildhauer Leopold J. Anton Armbruster, der auch die anderen Figuren an den Portalen geschaffen hat.
1916 Kanzel von Bildhauer Anton Becker, Wiedenbrück/Westf., auch die Retabeln am Sakramentsaltar („Manna in der Wüste“ und „Letztes Abendmahl“), die früher zum Hochaltar gehörten, sind sein Werk.
1917/18 3 Glocken wurden für Kriegszwecke beschlagnahmt.
1921 Kauf des Hauses Huttenstr. 7 als Gemeindehaus.
1924 Taufsteindeckel, in Bronze getrieben, von Meister Alfred Jachnig, Dürerstraße
1925 Abschlußgitter nach einem Entwurf des Baumeisters Schaeffler aus Meißen, gefertigt von Schlossermeister Mann.
1928 Glockenweihe von 4 neuen Bronzeglocken der Fa. Otto, Hemelingen.
1938 Kauf des Pfarrhauses Holbeinstr. 78.
1938 Zwangsauflösung der IV Kath. Grundschule Schumannstraße.
1942 3 Glocken wurden für Kriegszwecke beschlagnahmt.
13.02.1945 Der größte Teil der Herz-Jesu-Pfarrei, auch das Pfarrhaus Holbeinstr. 78 und das Gemeindezentrum Huttenstr. 7, werden in der Bombennacht vernichtet. Auf wunderbare Weise blieb die Kirche mit wenigen umliegenden Häusern erhalten, nur die Fenster gingen zu Bruch und wurden notdürftig verglast.
1945 - 1957 Erlöser-Andreas-Gemeinde, deren Kirchen 1945 zerstört wurden, ist bis 22.11.1957 Gast in der Herz-Jesu-Kirche
1950 - 1955 Unter Pfr. Derksen erfolgte eine farbige Neugestaltung der Kirchenfenster mit biblischen Themen. Seine Ideen wurden durch den Grafiker und Bildnismaler Prof. Bruno Seener (1893-1952), Chemnitz bzw. Dresden- Neustadt, umgesetzt. Die Anfertigung der Fenster hatte die Dresdner Kunstglaserei Beier (heute Fa. Dunger) übernommen.
25.10.1962 Kauf des Hauses Borsbergstr. 13. Das Erdgeschoß konnte 1995/96 als Gemeindezentrum ausgebaut werden.
ab 1970 erfolgte auf Grund der Liturgiereform durch das II. Vatikanische Konzil die Umgestaltung des Altarraums durch Architekt Egon Körner (1908-1986). Der neugotische Hochaltar wurde durch einen freistehenden Altartisch ersetzt, die Kommunionbank entfernt. Das Kreuz mit Corpus steht auf den Gesetzestafeln. Das Kreuz ist ein Geschenk von Pfr. Derksen. Es wurde in den 40er Jahren von einer Kolpingswerkstatt in der Diaspora geschnitzt. Als Vorbild diente ein Kreuz auf der Gesolei-Ausstellung (Gesundheit-Soziale Fürsorge- Leibesübungen) Düsseldorf 1926. Im Zuge der Bauarbeiten wurden die Querschiffe der Kirche durch hochgezogene Wände vom Hauptschiff abgetrennt, so dass man rechts einen Abstell- und Werkstattraum, links einen Raum für eine kleine Sakristei gewinnen konnte. Die alte Sakristei konnte nunmehr, und das für mehr als 20 Jahre, als Gemeinderaum genutzt werden.
Dez. 1989 Der Kronleuchter im Altarraum ist, anläßlich des Silbernen Priesterjubiläums des damaligen Pfarrers Eberhard Prause, ein Geschenk seiner Verwandten. Für die Schmuckelemente diente das Gitter in der Eingangshalle als Vorlage. Hersteller: Fa. Jarmuth aus Soest.
1990 Die Turmuhr wird von einer „Funkhauptuhr“ gesteuert. Diese ist über Funk angeschlossen an die Weltzeituhr. Sie hat damit höchste Genauigkeit.
10.11.1990 Glockenweihe. Seit 48 Jahren wieder volles Geläut mit 4 Bronzeglocken. Glocke „Hoffnung 1989“, 2800 kg, Fa. Schilling Apolda 1986. „Dreikönigs-Glocke“, 1770 kg, Fa. Metz Karlsruhe 1990. „Mater-Dolorosa-Glocke“, 976 kg, Fa. Metz Karlsruhe 1990. „ Ave-Maria-Glocke”, 525 kg, Fa. Otto Hemelingen 1928.
März 1996 Einweihung des Kinderhauses „Arche Noah“
Juni 1996 Einweihung des Gemeindezentrums
Febr. 1998 Kreuzweg v. Emil Pischel, Ostritz (1935), Leihgabe der Gemeinde Hl. Kreuz, Freiberg
2001 Umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten in der Herz-Jesu-Kirche. Freilegung der Querschiffe, nachdem 1995 im Pfarrhaus ein Gemeindezentrum eingeweiht werden konnte. Einbau einer Heizungsanlage. Die Herz-Jesu-Statue ist eine Leihgabe der Pfarrei Schirgiswalde.
Nov. 2002 Einbau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Pfarrhauses.
Juni 2004 Umgestaltung des Sakramentsaltars.
2016 Sanierung des Kirchturms und des Glockenstuhls. Ein neues Turmkreuz wird aufgesetzt. Einführung der Verantwortungsgemeinschaft Striesen/Zschachwitz und Johannstadt